Akkordeonausflug 2017 nach Lindau im Bodensee

Hahn im Korb, Pfarrer beim Landfrauenausflug oder einfach nur Quotenmann? Diese Frage musste ich mir natürlich stellen, als wir am letzten Juni-Wochenende zu unserem Orchesterausflug nach Lindau im Bodensee aufgebrochen sind. Denn von den 13 weiblichen und 4 männlichen Mitgliedern unseres Orchesters waren alle 13 Frauen dabei – und ich…

Dieser Bericht beweist, dass ich den Ausflug jedenfalls recht gut überstanden habe.

Aber der Reihe nach: Am Samstag 08.00 Uhr morgens fuhren wir mit der Bahn pünktlich von Kaufering nach Lindau, nicht ohne vorher den Ehemann einer Teilnehmerin wegen des vergessenen Waschbeutels aus den Federn zu scheuchen, den dieser mit quietschenden Reifen noch rechtzeitig zum Bahnhof brachte. Unser Hotel vis a vis hatte seinen Namen redlich verdient, dauerte es doch wirklich gerade 1 (eine!) Minute, um vom Bahnhof Lindau zur Hotelrezeption zu gelangen. Nachdem wir die Koffer dort untergestellt hatten, erkundeten wir erst mal die Stadt. Bei dieser Gelegenheit machten wir eine tolle Entdeckung: In einem Laden, der ein vielfältiges Angebot hatte, sahen wir Tücher und Krawatten in glänzendem Rot mit aufgedruckten Noten. Kurz entschlossen und nach rascher Kontaktaufnahme mit den restlichen Orchestermitgliedern erstanden wir jeweils einen Komplettsatz dieser Accessoires, die wir am Europatag der Musik am 01.07.17 in Landsberg auch gleich erstmals präsentieren wollen. Gegen Mittag startete dann das Schiff nach Bregenz, von wo aus wir mit der Gondelbahn auf den 1064m hohen Pfänder hinauffuhren. Oben, die Aussicht war aufgrund des trüben Wetters leider nicht so besonders, umrundeten wir kurz den dortigen Wildpark, um uns anschließend ein wohlverdientes Mittagessen zu gönnen. Wieder zurück in Bregenz spazierten wir am Ufer entlang und sahen uns zumindest von außen die für die Oper Carmen hergerichtete Seebühne an. Ein imposantes Bauwerk! Nach einer Stärkung in einem Café traten wir den Rückweg an und konnten schließlich unsere Zimmer beziehen. Wie gesagt, die Lage des Hotels war super, leider gab es keine Klimaanlage in den Zimmern, so dass selbst eine kühle Dusche nur eine kurze Wirkungsdauer zeigte.

Und dann kam schon das erste humoristische Highlight des Tages: Isabella wollte sich gar nicht mehr einkriegen, als sie eine Dame erspähte, die voller Überzeugung einen Jutebeutel vor sich hertrug, auf dem das Motto stand: „Bio macht schön“! Wir bemühten uns wirklich, aber wir konnten uns des Eindrucks nicht erwehren, dass die Beutelträgerin noch am Anfang ihrer Bio-Karriere stand …

Am Abend machten wir in unterschiedlicher Besetzung die Stadt unsicher. Wir stellten fest, dass sich aufgrund der geringen Größe der Insel alles gut zu Fuß erreichen lässt. So fanden wir auch im Schatten des imposanten und reichlich verzierten alten Rathauses ein Thai-Restaurant zum Abendessen. Und um den Damen ihren sehnsüchtigen Wunsch nach einem Aperol Spritz zu erfüllen, fragte ich das später gleich bei einer Bedienung in einem Café am Lindauer Hafen nach. Die gute Frau reagierte äußerst humorvoll und tat sich auch im Laufe des Abends damit hervor, ihre Späßchen auf Kosten des armen einzigen männlichen Delegationsmitglieds (also auf meine Kosten) zu treiben. Dies und ihr herber aber lustiger Charme brachten ihr den Spitznamen „Gruberin vom Bodensee“ ein. Sie war sich auch nicht zu schade, selbstkritisch „jetzt hob i aber echt blöd gschaut“ zu bemerken, als ihr Renate weismachen wollte, dass der eigenhändig abgeschnittene Strohhalm doch etwas zu kurz für das Aperolglas geraten sei. Dieser Abend dauerte dann noch lange und war recht lustig, auch wenn Isabella mit mir noch auf einen Witzeversteherkurs gehen möchte. Gegen Mitternacht suchten wir dann ermattet unsere Hotelzimmer auf. Selbst das ansonsten übliche Schokoladenessen fiel der Müdigkeit zum Opfer. Lediglich ein kleiner Trupp Unentwegter machte sich noch auf die (vergebliche) Suche nach einem Tanzvergnügen.

Nach einem ausgiebigen Frühstück am nächsten Morgen erwartete uns ein stolzer Schifffahrtskapitän zur Rundfahrt auf dem Bodensee mit Erklärungen über die Bregenzer Bucht und die „Bayerische Riviera“. Da wir alle gelehrige Zuhörer sind, wussten wir da allerdings schon, dass der Bodensee 63 km lang, 14 km breit und an der tiefsten Stelle 254 m tief ist. Dies hatte am Vortag Heidi eruiert. Dazu kann ich noch beisteuern, dass die Oberfläche des Bodensees gewaltige 536 m² beträgt. Zwei Damen machten dann noch den Praxistest, ob eine Klobrille die gleiche Wirkung wie eine Sonnenbrille hat, schienen aber mit dem Ergebnis nicht recht zufrieden.

Das an sich geplante Mittagessen ausfallen lassend, begaben wir uns zum Abschluss des Tages noch in die Hände einer wirklich sehr belesenen und humorvollen Stadtführerin namens Frau Ippen („wie Lippen, nur ohne L“). Diese sorgte nicht nur dafür, dass immer wieder schattige Sitzplätzchen für uns Ruhebedürftige zur Verfügung standen, sondern baute in ihre Erläuterungen einiger geschichtlicher Anekdoten über Lindau auch zahlreiche Sprichwörter ein. So kennen wir jetzt die Bedeutung und vor allem die Herkunft so schlauer Sprüche wie „zu Potte kommen“, „ich habe es kommen sehen“, „die ist weg vom Fenster“, „ich habe was läuten hören“ und „wir hängen das jetzt an die große Glocke“.

Dann war die Reise auch schon zu Ende. Bis auf ein kleines Trio fuhren wir gemeinsam mit dem Zug (wieder pünktlich!) in die Heimat zurück und waren uns allesamt einig, dass das ein absolut gelungener Ausflug war, den Isabella hervorragend organisiert hatte.

Franz

PS: Die am Anfang gestellte Frage kann ich eindeutig mit der Alternative 1 beantworten …

 

PPS: Die Fotos vom Ausflug folgen nach entsprechender Sichtung in unserem privaten Bereich

Werbung
Published in: on 29. Juni 2017 at 16:10  Kommentar verfassen  

The URI to TrackBack this entry is: https://akkordeonorchesterkaufering.wordpress.com/2017/06/29/akkordeonausflug-2017-nach-lindau-im-bodensee/trackback/

RSS feed for comments on this post.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: