Marsch von Ernst Uebel, op 70
gespielt vom Akkordeonorchester Kaufering am 20.10.07 in Kaufering
Video erstellt von Wolfgang
Marsch von Ernst Uebel, op 70
gespielt vom Akkordeonorchester Kaufering am 20.10.07 in Kaufering
Video erstellt von Wolfgang
Vorschusslorbeeren, die ihre Wirkung nicht verfehlten. Denn die angesprochenen Akteure reagierten darauf mit einer Premiere, dem neu einstudierten Walzer von Johann Strauß “Rosen aus dem Süden”. Und weil an diesem Konzertabend die Freude über den Alltagsernst siegen sollte, präsentierten die Akteure auf ihren schwarzweißen Tasten das populärste Tonwerk von Antonin Dvorák: “Humoreske”.![]()
ALFA
Mit Beifall überschüttet
Mit Blick auf Edvard Grieg, dessen Todestag sich heuer zum hundertstenmal jährt, hatte das Akkordeonorchester die Peer Gynt-Suite Nummer 1 in sein Programm genommen und mit der souveränen Umsetzung dieses Werkes das Publikum so beeindruckt, dass es die Musiker mit anhaltendem Beifall überschüttete. Der “Egyptische Marsch” von Johann Strauß beendete zwar den ersten Teil des Konzertabends, nicht aber die Begeisterung der Zuhörer. Sie erlebten mit dem Marsch “Jubelklänge” sowie einem Potpourri aus dem Musical “My fair Lady” neue Höhepunkte. Das vom Orchesterchef angekündigte “breitgefächerte Programm” setzten seine Interpreten mit dem Paso doble “Granada” fort, um dann vom feurigen Spanien in das “romantische Russland” zu entführen: Der mit populären Liedern zusammengesetzte Melodienreigen wie “Abendglocken”, “Schöne Minka” und “Kalinka” ließ besonders die älteren Besucher dahinschmelzen.
Große Gefühle weckte in ihnen auch “Don’t cry for me Argentina” (Evita), “Memories” (Cats) und “Das Phantom der Oper”, die Jürgens mit “Andrew Lloyd Webber à la carte” überschrieben hatte und dafür mit riesigem Beifall belohnt wurde. Das offizielle Programm war damit zwar beendet. Weil die Zuhörer aber dreimal einen “Nachschlag” forderten, präsentierte ihnen die Jürgens-Truppe den “Schönfeld-Marsch”, die böhmische “Pensl-Polka” von Willi Pensl, dem Musikfreund aus der Jugendzeit von Heinz Jürgens und - als endgültiges Konzertfinale - das temperamentvolle Lied aus Neapel “Funiculí funiculá”.
Und weil es den Anhängern der feurigen “Schwarzweiß-Tasten” so gut gefallen hat, spielt das Heinz-Jürgens-Akkordeonorchester am Freitag, 26. Oktober, um 20 Uhr erneut: Im Gasthof “Zur Linde” in Schwabhausen.
Artikel vom 23.10.07 - 18.50 Uhr Letzte Änderung: 24.10.07 - 10.06 Uhr
Gefunden im Internet von Petra ![]()
Teil 1 - Die Geschichte der Keyboardstimme in unserem Orchester
In vielen Akkordeonorchester-Partituren ist neben den vier Akkordeonstimmen und dem Bass eine “Harmonium”-Stimme vorgesehen. Harmonium spielt heutzutage aber kaum noch ein Mensch und so wird auch in unserem Orchester diese Stimme von einem Keyboard besetzt, welches ein Spieler im besten Alter bedient, der vor fast zwanzig Jahren als Akkordeonspieler in der vierten Stimme im Orchester begonnen hatte und für den - nach einem Jahr Begleitung spielen - sich das Keyboard als eine willkommene Fluchtmöglichkeit aus der vierten Stimme anbot. Obwohl, wie unser Heinz damals sagte, die vierte Stimme wichtiger wäre als zum Beispiel die zweite. Es war dies die Zeit - Ende der achtziger Jahre - in der die ersten Portable Keyboards auf den Markt kamen, eine Weiterentwicklung aus elektronischen Orgeln, Synthesizern und E-Pianos. Sie waren leicht zu transportieren, einfacher zu bedienen als Synthesizer und verfügten über sehr schöne Klänge. Unser 4. Akkordeonist Willi Storz, der einen beträchtlichen Teil seiner Jugend hinter elektronischen Orgeln verbrachte, hatte sich damals gerade ein Roland E-20 Keyboard zugelegt und somit war der musikalisch-soziale Aufstieg zum Keyboarder frei.
Das Harmonium war früher nur monophon spielbar und die Stimme in den Partituren deswegen nur sehr einfach geschrieben; auch wurden die vielen Klangmöglichkeiten eines Keyboards nicht berücksichtigt. Diese Umstände und vor allem die musikalische Begeisterung sowohl des Dirigenten als auch des Spielers führten dazu, dass unser Heinz für immer mehr Stücke eine spezielle Keyboardstimme entwickelte, damit dieses vielseitige Instrument mit seinen täuschend echten Stimmen den Orchesterklang bereichern oder zumindest den einen oder anderen Farbtupfer setzen konnte.
Heinz kennt die Spielstärke seines Keyboarders ziemlich genau, (seine Schwächen kennt er nicht!), er weiß, wie er die Stimme arrangieren muss, damit die richtige Mischung aus Herausforderung und Spielbarkeit entsteht. Der Keyboarder weiß, oder er ahnt es zumindest, wie viel Mühe sich der Dirigent mit seiner Extrastimme macht und spielt alles mit hoher Motivation und großer Spielfreude. Nur die langen Pausen, die immer wieder in seine Stimme hineingeschrieben sind, machen ihn manchmal traurig und er kann nicht so recht verstehen, warum er gerade da aussetzen muss, wo doch so manche andere Stimme im Orchester an dieser Stelle deutlich vernehmbar eine akustische Unterstützung dringend gebrauchen könnte. Wenn er dann endlich wieder mitspielen darf, greift er hocherfreut in die Tasten und merkt manchmal nicht, dass seine Begeisterung nicht nur den Fingern, sondern auch dem rechten Fuß einen Impuls gibt.
Doch dazu mehr in der Fortsetzung…
Willi ![]()
Jedes Jahr spielen wir einige Wochen nach unserem großen Konzert eine kleine abgespeckte Version des Programms im Seniorenstift Kaufering. Wir freuen uns darauf und die Heimbewohner freuen sich auf uns. Es ist eine gute Gelegenheit uns nochmal zu hören wenn man z.B. beim Konzert kein Zeit hatte. Daher kommen auch jedesmal immer einige externe Besucher zu diesem Auftritt.
Wolfgang
Mit bestimmten Instrumenten sind gemeinhin bestimmte Vorurteile verknüpft. Bei den Blasinstrumenten ist es das gängige Vorurteil von der sogenannten Humptata Musik. Mit Akkordeon verknüpft man normalerweise alpenländische Volksmusik wobei der Begriff Volksmusik oft sehr abwertend gebraucht wird. Viele Blasorchester haben es in den letzten Jahrzehnten geschafft, diese Vorurteil etwas in den Hintergund treten zu lassen. In den Konzerten wird oft sehr anspruchsvoll und sehr vielseitig musiziert. Stücke wie die Titelmelodie aus James Bond, der Walzer Nr. 2 von Schostakovitsch oder Klänge aus Star-Wars sind gleichermassen anspruchsvoll und mitreissend und lassen solche Vorurteile vergessen. Kürzlich habe ich ein Blasorchester mit einem sehr jungen, wundervollen Pianisten die “Rhapsodie in Blue” von George Gershwin spielen hören. Das war Genuss in Perfektion.
Als Akkordeonorchester hat man natürlich auch mit solchen Vorurteilen zu kämpfen, was insbesondere deshalb schwierig ist, weil sich ein viel kleineres Publikum überhaupt für Akkordeonmusik interessiert. Man kann allerdings mit dem Akkordeonorchester insbesondere wenn Schlagzeug und Pauke den Rhythmus stärken und ein Keyboard spezielle Klangfarben einfliessen lässt beinahe so vielseitig wie ein Blasorchester spielen.
Hier eignen sich sowohl Originalkompositionen für Akkordeonorchester als auch Arrangements von Filmmusik, Musicals, Operetten, natürlich auch Konzertwalzer und Märsche, sowie Kompositionen die eine besondere Beziehung zum Akkordeon haben wie Chansons, französische Musettewalzer oder argentinische Tangos.
Wir hoffen mit unserem Konzert im Oktober wieder einige dieser Vorurteile abbauen zu können.
Wolfgang.
Mit 10 Jahren bekam ich ein kleines Akkordeon und es folgten dann drei Jahre Unterricht. Das war zwar noch nichts besonderes, aber anschließend bekam ich noch Tuba-Unterricht und spielte in einem („braunen“) Musikzug.
Nach dem Kriege ergab sich mit anderen Musikern die Möglichkeit des gemeinsamen Musizierens und wir spielten, wo sich Anlässe boten. (Inzwischen hatte ich ein großes Akkordeon.)
Im Jahre 1948 wurde ich auf das Akkordeon-Orchester Oldenburg aufmerksam (ich bin gebürtig aus dem nördlichen Niedersachsen) und dort spielte ich fünf Jahre 4. Akkordeon, aber auch Solo und Duo mit einer Kollegin, zu der auch heute noch freundschaftlicher Kontakt besteht.
Dort in Oldenburg begann ich auch schon mit dem Arrangieren für Akkordeon-Orchester: Wir wollten so gern den Kaiserwalzer spielen, hatten aber keine Noten außer einer Klavierstimme. Also frisch ans Werk (wenn auch ohne Erfahrung), aber immerhin konnten wir mit dem Kaiserwalzer einen ersten Platz beim Wertungsspiel 1951 in Essen belegen.
Es folgten dann viele Jahre meiner intensiven Berufsausübung als Bürokaufmann, in denen die Musik „nur die zweite Geige“ spielte.
1972 wechselte ich zur Hilti GmbH in Kaufering als PR-Beauftragter, und da ich in dieser Funktion sehr viel in der Öffentlichkeit zu tun hatte, kam ich auch mit der Volkshochschule Kaufering in Kontakt. Es ergab sich, daß ich für eine erkrankte Dozentin den Arbeitskreis „Hausmusik“ übernahm, aus dem nach halbjährigem Experimentieren schließlich das Akkordeon-Orchester wurde.
Und so hatte mich meine Vergangenheit wieder eingeholt.
Heinz ![]()
Wie weiss eigentlich ein Dirigent, was das Orchester spielen muß? Richtig, dafür gibt es die Partitur. Darauf steht alles notiert, was in den einzelnen Stimmen zu spielen ist, und zwar so, dass gleichzeitig gespielte Noten auch übereinander stehen. Man kann also in einer Partitur (wenn man schnell genug lesen kann natürlich) auf einen Blick erkennen was in jeder einzelnen Stimme erklingen soll und was nicht. Wenn man jetzt sozusagen gleichzeitig noch mithört, was das Orchester in den einzelnen Stimmen tasächlich spielt, kann man auch korrigierend eingreifen, wenn irgendwo ein Fehler passiert. So einfach (oder besser so schwierig) ist das.
Im klassischen Orchester sieht eine Partitur etwa so aus (hier das berühmte Klavierkonzert Nr. 1 von Rachmaninov). Hier gibt es viele verschiedene Stimmen und manche Instrumente haben auch noch eine transponierende Notation (z.B. bei den Klarinetten in A klingt ein geschriebenes C wie ein A).
Natürlich gibt es auch Partituren für das Akkordeonorchester (sonst könnten wir ja nichts spielen). Eine käuflich erworbene schon etwas ältere Partitur für ein Akkordeonorchester sieht etwa so aus (hier das Potpourri “Allerhand aus Schwabenland”). Hier gibt keine transponierenden Instrumente. was die Sache ein wenig vereinfacht. Eine Spezialität sind die Register Anweisungen für das Akkordeon.
Und hier eine Partitur, wie sie Heinz extra für uns schreibt (der Walzer “Rosen aus dem Süden”). Das Besondere daran ist, dass er extra für unsere spezielle Besetzung schreibt. Neben Akkordeon 1-4 und Bass kommt in der Partitur ein Keyboard vor das besondere Klangfarben hinzufügt (in unserem Beispiel Harfe und Holzbläser) und Pauken und ein Schlagzeug.
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Sind sie nicht schön, die Partituren, die Heinz für uns schreibt?
Wolfgang
Vor etwas fünf Jahren habe ich in der Zeitung eine Anzeige vom Akkordeonorchester Kaufering gesehen mit dem Hinweis, dass das Orchester Mitspieler suchen würde. Bis dahin habe ich sehr gerne und viel auf einem kleinen 48 Bass Akkordeon gespielt und damit sogar Unterricht gegeben. Von einem Akkordeonorchester hatte ich aber bis dahin noch nie etwas gehört und da ich gerne wieder in der Gruppe musizieren wollte, hat mich das sehr interessiert. Nach einem Telefonat mit Heinz bin ich also mutig mit meinem kleinen Akkordeon zur Probe gekommen. Heinz hat mich gleich in Empfang genommen und hat mich gefragt, ob ich denn auch Akkordeon-Bass spielen würde. Ich hatte zwar von einem Akkordeon-Bass auch noch nichts gehört, aber da ich auch Klavier spiele und daher Bassnoten lesen kann, habe ich gerne eingewilligt. Sehr viel später habe ich dann von anderen Mitspielern aus dem Orchester gehört, dass sie sich in diesem Moment gefragt haben, was ich denn wohl mit dem winzigen Akkordeon im Orchester will. Ich habe inzwischen ein richtig großes, standesmäßiges Akkordeon, das sich auch gut fürs Orchester eignet, spiele aber bis jetzt immer noch begeistert Bass.
Für andere Neueinsteiger sei gesagt, dass das Akkordeon so groß auch wieder nicht sein muss, und dass wir sogar in Besitz eines überzähligen Akkordeons sind, das wir für den Anfang auch verleihen können.
Wolfgang ![]()